LOBEN, LOBEN, LOBEN

auch für kleinste gelesene Einheiten Begeisterung zeigen

! Wir lesen, weil uns der Inhalt interessiert UND die Atmosphäre stimmt (z. B. im Urlaub). Immer mal wieder sich selbst als Erwachsener beobachten, wann und was man gerne liest.

  • Vorlesen lassen: nur GUT geübte kleinste Texte oder Sätze, die das Kind wirklich gut vorlesen kann; alles andere bringt Frustration.
  • Einen gut geübten Satz als Video oder besser nur mit Ton aufnehmen und z.B. dem Papa per Whatsapp schicken.
  • Das Kind alleine lesen üben lassen und mit einem Kinderrekorder aufnehmen lassen. Wenn das Ergebnis für das Kind zufriedenstellend ist, kann es dies einem Erwachsenen gegen viel Lob vorspielen.
  • An mehreren Tagen Einzelsätze aufnehmen und zu einer Geschichte kombinieren.
  • Im Prinzip ist Vorlesen durch das Kind die Höchststufe des Lesens (wie für die meisten Erwachsenen auch). Normalerweise lesen wir für uns selbst oder Erwachsene lesen Kindern vor. Daher nur vorlesen lassen, wenn es Sinn macht.
  • Einem Kuscheltier etwas freiwillig vorlesen, wenn kein Erwachsener danebensitzt.
  • Lesesack, auf dem NUR gelesen wird (d.h. mit beim Buch beschäftigt, auch Bilder anschauen); dort wird nicht gehüpft oder etwas anderes gemacht (=ruhige Auszeit)
  • Dringend regelmäßige Büchereibesuche, die auch dem Erwachsenen Spaß machen (nicht: „ Morgen müssen wir wieder in die Bücherei ! ); das Kind muss dort ruhig sein; anfangs nehmen die meisten Kinder laufend neue Bücher; irgendwann kommt aber die Ruhe, dass sie ein Buch entdecken, das sich zum genauen Ansehen und Ausleihen lohnt. Ein Buch zum Vorlesenlassen durch einen Erwachsenen daheim auch mit ausleihen!!
  • Abends um 20 Uhr ist Bettgehen, dann darf noch 10 Minuten das Licht anbleiben (oder noch besser die Taschenlampe), wenn gelesen wird. Bei Nichteinhaltung oder Rumhüpfen Lampe aus bzw. Taschenlampe weg bis zum nächsten Abend.
  • Vorbild sein: Handy weg! 15 Minuten gemeinsames Lesen im Wohnzimmer auf dem Sofa liegend, evtl. aneinander gekuschelt; jeder liest in seinem eigenen Buch und kann dann nachher dem anderen auch was draus erzählen.
  • Tageszeitung: Manche Kinder lieben den Wetterbericht oder die Sportseite; vorher die ungeeigneten Seiten aus der Zeitung entfernen !!!! Nicht zwingen, sondern bewundern und sich vielleicht täglich beim Frühstück auf den Wetterbericht durch das Kind freuen.
  • Geheimbotschaften zwischen Erwachsenen, die das Kind „nichts“ angehen, wecken enormes Interesse, da man es trotzdem als Kind lesen möchte.
  • Kleine Botschaften für das Kind schreiben, die eine direkte Wirkung haben, wie z.B. „Im Schuh ist eine kleine Schokolade.“ oder „In einer Stunde gehen wir auf den Spielplatz.“
  • Evtl: auch Leseapps oder Portale wie www.leseludi.de, www.anton.app oder https://jandorfverlag.de/lern-apps/ (meist dient das aber nicht zum Lesen des Inhaltes wegen, sondern zum Training der Leseflüssigkeit mit Motivation durch die App.)
  • Digitale Bücher: https://tiger.media/tigerbooks/ oder https://www.onilo.de/

ALLE REGELN MIT KLARHEIT UND RUHE SETZEN,

DIE DANN AUCH WIRKLICH GELTEN !!!

VERMEIDEN:

  • Es heißt nicht: Man MUSS lesen! Lesen muss Spaß machen! Nachhilfe zum Lesenübenmüssen ist keine passende Maßnahmen, solange nicht grundlegende Probleme beim Lernen der Lesetechnik (wie z.B. Buchstaben erkennen) vorliegen.
  • Jemandem vorlesen müssen, der es selber besser kann ist, nicht toll. Wir machen das auch nur im Notfall!
  • Keine kleine Schriftgröße verwenden, 1 Seite muss schnell zu lesen sein = Erfolgserlebnis.
  • Ablenkungen sind schlecht! Handy weg, Fernseher aus, Spielzeug aus dem Blick;
    dafür: Kuscheldecke auf dem Sofa  oder im Bett, Lesesack u.a.. Wir lesen auch selten am Küchentisch (außer vielleicht die Zeitung, weil sie unhandlich ist).
  • Keine Bemerkungen zu Anderen, dass das Kind Leseschwierigkeiten hat; das prägt sich ein. Eher so formulieren: „Er braucht noch mehr Interesse an Büchern.“ Oder „Sie hat gestern schon in dem neuen Buch alleine gelesen.“
  • Jede Überforderung beim Lesen weckt bei willensstarken Kindern Widerstand und Ausflüchte.
  • Verstärkerpläne auf gar keinen Fall daran knüpfen, dass das Kind mit Druck gelesen hat; freiwillig Geübtes oder spontan Gelesenes wird mit 1 Sticker belohnt, 10 Sticker mit einer Kleinigkeit oder z.B. dem Vorlesen der Lieblingsgeschichte des Kindes.